{"id":178,"date":"2015-04-10T11:22:48","date_gmt":"2015-04-10T11:22:48","guid":{"rendered":"http:\/\/projektklinik.de\/?p=178"},"modified":"2015-04-12T11:11:17","modified_gmt":"2015-04-12T11:11:17","slug":"ueber-verantwortung-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/projektklinik.de\/?p=178","title":{"rendered":"\u00dcber Verantwortung (Teil 2)"},"content":{"rendered":"<p>In meinen Postings &#8222;<a title=\"\u00dcber Verantwortung (Teil 1)\" href=\"http:\/\/projektklinik.de\/?p=48\">\u00dcber Verantwortung (Teil 1)<\/a>&#8220; und &#8222;<a title=\"Verantwortungsflucht \u2013 weitere Strategien\" href=\"http:\/\/projektklinik.de\/?p=148\">Verantwortungsflucht &#8211; weitere Strategien<\/a>&#8220;\u00a0habe ich \u00fcber die Natur von Verantwortung und Strategien geschrieben, ihr vermeintlich zu entgehen.<\/p>\n<p>Aber wie stellt man ein Klima, eine &#8222;Kultur der Verantwortung&#8220; her, wie es immer so sch\u00f6n hei\u00dft?<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es aus meiner Sicht drei Bausteine (die teilweise ein bisschen binsig daherkommen, siehe &#8222;<a title=\"Binsenweisheiten \u2013 It\u2019s simple, but not easy\" href=\"http:\/\/projektklinik.de\/?p=110\">Binsenweisheiten &#8211; It&#8217;s simple, but not easy<\/a>&#8222;):<\/p>\n<p><strong>1. Gemeinsames Verst\u00e4ndnis \u00fcber Verantwortung herstellen<\/strong><\/p>\n<p>Da vielen Menschen die Natur von Verantwortung unklar ist (komischerweise lernt man das weder in der Schule noch auf der Universit\u00e4t), sollte an Mitarbeiter\/Team-Mitglieder klar kommuniziert werden, wie in dem Unternehmen oder dem Projekt Verantwortung verstanden wird und warum das so ist.<\/p>\n<p><strong>2.\u00a0Vorbild sein (aka &#8222;Eat your own dogfood&#8220;)<\/strong><\/p>\n<p>Verantwortliches Handeln von den Kollegen zu fordern, es aber selbst nicht zu zeigen, wird zu Recht als Heuchelei wahrgenommen und untergr\u00e4bt Vertrauen und Motivation. Zudem liefert es eine billige Ausrede im Sinne von &#8222;Du machst es ja selber nicht&#8220;.<\/p>\n<p>Leben Sie also Verantwortung m\u00f6glichst konsequent so vor, wie Sie es von Ihren Kollegen, Mitarbeitern und Team-Mitgliedern w\u00fcnschen:<\/p>\n<p>\u00dcbernehmen Sie Verantwortung.<\/p>\n<p>\u00dcbernehmen Sie sie nur f\u00fcr Aufgaben, die sie auch tats\u00e4chlich erledigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Geben Sie Ihr Bestes, ihr gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Wenn etwas schief geht, gehen Sie fr\u00fchzeitig offen damit um, damit Ihnen geholfen werden, jemand anderes \u00fcbernehmen oder das Vorhaben abgebrochen werden kann.<\/p>\n<p>Lernen Sie aus Fehlern.<\/p>\n<p>Wenn Sie erfolgreich sind, sprechen sie sachlich dar\u00fcber und zeigen sie den anderen Beteiligten Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr ihren Beitrag.<\/p>\n<p><strong>3. Konsequenzen transparent machen und konsequent ziehen<\/strong><\/p>\n<p>Sorgen Sie daf\u00fcr, dass die \u00dcbernahme von Verantwortung Konsequenzen hat, sowohl positive als auch negative, je nach dem Grad und der H\u00e4ufigkeit der Erf\u00fcllung. Sorgen Sie daf\u00fcr, dass diese Konsequenzen vollst\u00e4ndig bekannt sind &#8211; um \u00dcberraschungen bei Betroffenen zu vermeiden und Spekulationen \u00fcber Konsequenzen (die in der Regel viel be\u00e4ngstigender ausfallen als die von Ihnen tats\u00e4chlich beabsichtigten Folgen) zu vermeiden.<\/p>\n<p>Wenden sie die Konsequenzen konsequent, aber mit Augenma\u00df und Fairness an. Dabei ist es vor allem wichtig, dass die Konsequenzen <em>von dem Betroffenen und seinem Umfeld\u00a0<\/em>als fair wahrgenommen werden. Fair kann eine Konsequenz nur sein, wenn sie alle Umst\u00e4nde ber\u00fccksichtigt. Denn oft genug gibt es tats\u00e4chlich Umst\u00e4nde, die weniger beim Einzelnen als in der Organisation liegen &#8211; dann kann dem Betroffenen der Misserfolg nur bedingt angelastet werden und die <em>Organisation<\/em> muss dringend daraus lernen.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt: Die wichtigste Konsequenz aus Fehlern ist immer\u00a0<em>Lernen<\/em>!<\/p>\n<p>Vor allem daf\u00fcr ist die Ursachenanalyse wichtig: Gibt es einen abstellbaren Grund f\u00fcr das Nichterreichen des Ziels? Was m\u00fcssen wir n\u00e4chstes Mal besser machen?<\/p>\n<p>Das Fairness-Gebot gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr <em>positive<\/em> Konsequenzen. Gerade dabei ist die Wahrnehmung des <em>Umfelds<\/em> besonders wichtig, sonst entstehen Neid und bei Wiederholung der Eindruck von Lieblingswirtschaft (&#8222;unverdiente Bef\u00f6rderung&#8220;).<\/p>\n<p>Verbieten sollten sich solche Konsequenzen, die als <em>Strafe<\/em>\u00a0oder gar <em>Rache<\/em> gemeint sind (z.B. Mobbing oder \u00f6ffentliches Zur-Sau-Machen) oder so gedeutet werden &#8211; sie f\u00fchren nicht zu dem gew\u00fcnschten Lerneffekt, sondern zu Groll beim Betroffenen und Initiative l\u00e4hmender und Misstrauen schaffender Angst vor \u00e4hnlicher Behandlung bei allen anderen.<\/p>\n<p>Viel besser und aus meiner Sicht einzig sinnvoll sind <em>sch\u00fctzende<\/em> Konsequenzen. Beispiel: Wenn ein Mitarbeiter wiederholt (!) eine \u00fcbernommene Aufgabe nicht erf\u00fcllt, obwohl ihn keine h\u00f6here Gewalt daran gehindert hat oder er zur \u00dcbernahme der Aufgabe unter schlechten Bedingungen gezwungen wurde, dann ist er vielleicht (noch) nicht qualifiziert genug. Das Unternehmen, das Projekt und nicht zuletzt er selbst m\u00fcssen davor gesch\u00fctzt werden, nochmal in eine solche Pleite zu laufen. Die sinnvolle Konsequenz w\u00e4re, den Mitarbeiter zun\u00e4chst wieder Aufgaben erledigen zu lassen, die er sicher erfolgreich abschlie\u00dfen kann und ggf. eine Qualifizierung durchzuf\u00fchren oder ihn schlicht mehr Erfahrung gewinnen zu lassen.<\/p>\n<p>Im Extremfall kann eine sch\u00fctzende Konsequenz nat\u00fcrlich auch sein, sich von einem st\u00e4ndig die Anforderungen nicht erf\u00fcllenden Mitarbeiter zu trennen &#8211; das ist hart, aber in dem Fall oft f\u00fcr <em>beide<\/em> Seiten der richtige Schritt zum Schutz der wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens, der Harmonie unter den Mitarbeitern sowie der Motivation, Gesundheit und letztlich Karriere des Mitarbeiters (bevor er\/sie sich eine immer tiefere Grube gr\u00e4bt).<\/p>\n<p>In sehr vielen F\u00e4llen ist dem Mitarbeiter, der an seiner Verantwortung gescheitert ist, \u00fcbrigens genug Konsequenz durch das Wahrnehmen des eigenen &#8222;Versagens&#8220; geschehen. Die meisten Mitarbeiter <em>wollen<\/em> ihren Job gut machen und leiden genug, wenn das nicht gelingt!<br \/>\nProfis gehen damit offensiv lernend um, manchen muss man in diese Richtung auf die Spr\u00fcnge helfen, manche versuchen, von ihnen verursachte Probleme vor sich selbst und anderen zu verstecken oder zu leugnen &#8211; dann muss man ihnen die Augen \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinen Postings &#8222;\u00dcber Verantwortung (Teil 1)&#8220; und &#8222;Verantwortungsflucht &#8211; weitere Strategien&#8220;\u00a0habe ich \u00fcber die Natur von Verantwortung und Strategien geschrieben, ihr vermeintlich zu entgehen. 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